Montag, 6. September 2010, 06:18 Uhr
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Heizkosten reduzieren und das Klima schützen
Rostock - Werden Ihre Heizkörper bei gleicher Thermostatstellung unterschiedlich warm? Verursacht Ihre Heizung Strömungsgeräusche? Dann könnte es sein, dass kein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durchgeführt wurde. Dieser sorgt für ausgeglichene Druckverhältnisse im Heizungssystem und stellt die erforderlichen Warmwasser-Zuflussmengen für alle Heizkörper sicher.
Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs führt im Ergebnis meist zur Absenkung der erforderlichen Heizungs-Vorlauftemperaturen. Er trägt somit zur Heizkostensenkung und zum Klimaschutz bei. Das Potential gegenüber nicht abgeglichenen Heizungssystemen kann bis zu 15 Prozent Effizienzsteigerung betragen. Die Umwälzpumpe benötigt zudem weniger Strom. Doch nach Schätzungen der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern werden derzeit maximal ein Viertel der Anlagen hydraulisch abgeglichen. Die Folge: wegen hydraulischer Unterversorgung von Heizkörpern wird häufig einfach die Vorlauftemperatur des gesamten Systems höher eingestellt. Wenn für eine Heizungsanlage keine Rohrnetzberechnung vorliegt, kann davon ausgegangen werden, dass kein hydraulischer Abgleich vorgenommen wurde. Diese Arbeiten müssen für hydraulisch abgeglichene Heizungsanlagen erbracht werden:
• Raumspezifische Heizlastberechnung, • Spezifische Heizflächendimensionierung
• Rohrnetzberechnung/durchflussmengengerechte Dimensionierung der Querschnitte
• Voreinstellung der Ventile an den Heizflächen entsprechend der Heizlastberechnung
• Einsatz richtig dimensionierter und leistungsgeregelter Umwälzpumpen
• gegebenenfalls Integration von Strangregulierungsventilen und Durchflussreglern
Der hydraulische Abgleich ist auch für Bestands-Heizungsanlagen nachträglich durchführbar, was allerdings mit einem höheren Aufwand verbunden ist. Der hydraulische Abgleich wurde bereits in der Heizungsanlagenverordnung von 1982 umschrieben und ist spätestens seit 1990 Stand der Technik.
Theoretisch besteht somit seit fast 20 Jahren eine Verpflichtung zur Durchführung des hydraulischen Abgleichs von warmwasserführenden Rohrsystemen durch die ausführenden Heizungsunternehmen auf der Basis der vorgenannten Berechnungen. Wenn Heizungsanlagen neu errichtet oder saniert werden - sei es auch nur durch Austausch eines Kessels - liegt automatisch eine Verpflichtung zum hydraulischen Anlagenabgleich vor. Bei speziellen Bauförderprogrammen wie z.B. KfW-Effizienzhaus muss die Durchführung des hydraulischen Abgleichs in einer Fachbauleitererklärung schriftlich bestätigt werden.
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